LCD-TV Test: LG 27 LC2R


Nach langer Suche habe ich mich für einen Kompromiss entschieden, was Grösse und Auflösung angeht: 27″.
Der Vorteil: das Display ist gross genug für’s Wohnzimmer und gleichzeitig nicht zu groß um als PC-Monitor fungieren zu können.

Somit wurde die Wahl schon kleiner, denn 27″ LCD-TVs sind eher selten zu finden.
Ein Gerät von LG Electronics habe ich mir allerdings mal näher angesehen.

Hersteller: LG Electronics
Modell: LCD 27 LC2R
Größe: 27″ / 69cm
Auflösungen: 1366 x 768, 1360×768, 1280×768, 1024×768
Bildformat-Umschaltung: Auto, 16:9, 4:3, 14:9, Fullscreen, Zoom1, Zoom2, Spectral
Kontrast: 1000:1
Helligkeit: 550cd/m²
Reaktionszeit: nicht angegeben (ausreichend)
Anschlüsse: 2 x Scart, 1 x HDMI mit HDCP, VGA, Composite Video, S-Video, YUV, Cinch-Audio

LG 27 LC2R

· Design und Verarbeitung

Gleich mal vorweg: die Optik dieses LCD-Fernsehers ist nüchtern und unaufdringlich. Das Gehäuse ist mattfarben, was Vor- und Nachteile mit sich bringt, für meine Begriffe aber sehr edel wirkt.
Der Fernseher hat eigentlich die Form eines PC LCD-Displays, vor allem die nicht seitlich sondern unten angebrachten Lautsprecher machen ihn trotz des Breitbild-Formats sehr schlank.
Da bei mir der Sound über die Hi-Fi Anlage läuft, sind die integrierten Lautsprechers für mich überflüssig. In dem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass der Klang der integrierten Lautsprecher eher dünn ist. Man sollte also von Anfang auf externe Soundwiedergabe setzen.
Die Tatsache, dass dieser Monitor bis auf den dezenten anthrazit-farbenen Streifen komplett in schwarz gehalten ist, verhilft ihm zu einem sehr stilvollen, edlen Aussehen.
Der Rand um das LCD-Panel ist nicht sehr breit, weshalb die Gesamt-Grösse des Bildschirms im Vergleich zur sichtbaren Bildgrösse moderat ausfällt. Man hat also ein relativ kompaktes Gerät mit einer grossen Bildfläche.
Der Standfuss zeigt sich erfreulich stabil, was man von den meisten LCD-TVs nicht behaupten kann. Der eigentliche Fuss ist aus Metall, und mit einer gut verarbeiteten, leicht geschwungenen Plastikabdeckung versehen.
Verstellmöglichkeiten gibt es an dem Standfuss keine. Was wohl aber wiederum für die hohe Standfestigkeit des Gerätes verantwortlich ist.

Nun zu meinen Tests:

· Test am SAT-Reciever (STB)

Als erstes habe ich meinen SAT-Reciever ‚Hauppauge DEC-3000‘ über SCART-RGB getestet.
Diese SAT-Box liefert am SCART-Ausgang ein RGB-Signal und desweiteren die Einstellmöglichkeit auf das 16:9 Format.
RGB über SCART stellt die bestmögliche analoge Video-Verbindung dar, da es die Grundfarben Rot, Grün und Blau getrennt überträgt.
Das Ergebniss war gemischt. Generell ist die volle PAL-Auflösung von 720×576 Pixeln, die von der Box geliefert wird natürlich schon ein Vorteil. Aber dennoch sollte diese Auflösung ja auf die volle Grösse von 1366×768 Pixeln gestreckt werden, da ja man nach Möglichkeit ein Vollbild haben möchte.
Da immer noch die meisten Sendungen im 4:3 Format und nicht im 16:9 Format gesendet werden, hat man beim Fernsehen natürlich oft das Problem der Umschaltung des Fernsehers in das entsprechende Format.
Der LG 27 LC2R bietet vielfältige Möglichkeiten der Umschaltung. Die Auto-Funktion erkennt leider das Format in den meisten Fällen nicht, so dass man diesbezüglich oft zur Fernbedienung greifen muss. Für’s ‚Zappen‘ also nicht so prickelnd, aber ich denke damit muss und kann man leben.
Bei Filmen, die im 16:9 Format ausgestrahlt werden, bietet diese Kombination eine wirklich hervorragende, fast DVD-nahe Bildqualität.

· Test an der Konsole (Playstation 2)

Auch die PS2 bietet Unterstützung für die 16:9 Anzeige. Im System-Menü kann man dies einstellen, sowie den obligatorischen RGB-Modus für den Video-Ausgang.
Für den Anschluss der PS2 an den SCART-Eingang habe ich mir einen entsprechenden Adapter besorgt (eine SCART-/Cinch Umschaltbox mit PS2-Stecker und vergoldeten Anschlüssen, gab es beim Promarkt für 20€ oder so…)
Das Spiel, das ich getestet habe ist Tekken 5. Ich habe dieses Spiel genommen, da es das 16:9 Format unterstützt.
Was soll ich sagen? Ein fantastisches Bild: groß, scharf, einfach umwerfend!
Natürlich würde eine PS3 über HDMI ein noch wesentlich besseres Bild liefern, aber bis dahin…

· Test am PC

Als PC-Monitor glänzt dieses Display ein weiteres Mal… sofern man seiner Grafikkarte die optimale Auflösung von 1360×768 Pixeln entlocken kann. Doch auch wenn der Grafik-Treiber diese Auflösung nicht anbietet, hat man immer noch die Möglichkeit es mit der vervorragenden Software PowerStrip zu versuchen. Bei meiner uralten Voodoo3-Karte hat es auf jeden Fall funktioniert.
Zunächst muss ich sagen, dass das Bild beim Anschluss an einen PC einfach eine faszinierende Grösse hat. Man hat garantiert nicht mehr das Problem, dass man irgendwelche Zeichen nicht erkennen kann. Ich sitze ca. 1 – 1.5 Meter vor dem Gerät und bin einfach überwältigt von dem Bild. Ein 32″ Gerät wär aber als PC-Monitor eindeutig zu groß. Doch diese 27″ sind gerade noch korrekt. Übrigens gibt es auf dieser Seite absolut genial Wallpapers, auch im Widescreen-Format.
Doch nun zu der wirklich interessanten Geschichte bei der Verbindung mit dem PC: Spiele.
Als ersten habe ich NFS Carbon getestet. Das Spiel selber bietet leider keine Widescreen-Auflösungen an.
Doch oh Wunder, es gibt ein Tool mithilfe dessen man das Spiel mit jeder beliebigen Auflösung starten kann. Dasselbe gilt übrigens auch für NFS Most Wanted.
Ok, natürlich habe ich sofort beide Spiele im 16:9 Format getestet, und war wieder einmal überwältigt.
Danach habe ich noch Riddick getestet, welches ebenfalls das 16:9 Format unterstützt: heftig.
An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass man sich sehr schnell an das Breitbild-Format gewöhnt, und dann beim Anblick von 4:3 Formaten irgendwie die Welt nicht mehr versteht. Wie kann man nur diese Einschränkung akzeptieren? 😉
Zuguterletzt sei noch erwähnt, das die volle HD-Auflösung von 1920×1080 Pixeln beim Betrieb als PC-Monitor natürlich schon wünschenswert wäre. Aber andererseits stellt sich dann die Frage, ob der PC überhaupt in der Lage ist, in dieser Auflösung Spiele noch flüssig darzustellen. Es sei denn, man ist Besitzer eines PCs mit brandaktueller CPU und Grafikkarte. Aber dann kann man sich vermutlich auch einen LCD-TV mit voller HD-Auflösung leisten…

· DVD-Wiedergabe

Für die DVD-Wiedergabe habe ich wiederum den PC verwendet, da ich keinen Stand-Alone DVD-Player besitze.
Im Falle eine DVD-Players kann man den obigen Test mit dem SAT-Reviever zum Vergleich heranziehen, vorrausgesetzt der DVD Player liefert ein RGB-Signal am SCART-Ausgang, und das entsprechende Kabel wird verwendet.
Bei billigen Playern die kein RGB liefern, oder bei per Composite angeschlossenen Geräten könnte es durchaus sein, dass das Bild auf deutsch gesagt scheisse ist.
Das ist aber auch verständlich, wenn man bedenkt welch lange und umständliche Wege das Videosignal hier durchlaufen muss.
Zunächst wird das auf der DVD in digitaler Form vorhandene Material nach dem Abtasten in ein Analog-Signal gewandelt. Dieser Wandler ist der erste qualitäts-beeinflussende Faktor in dieser Verkettung. Danach folgt die Übetragung des Signal über das mehr oder weniger gute analog Video-Kabel. Beim eigentlich intern digital arbeitenden LCD-Fernseher angekommen muss das Signal also erst wieder vom analogen in das digitale Format zurück-gewandelt werden. Neben den Übetragungsverlusten des elektrischen Signals auf dieser Strecke findet hierbei auch eine Format-Konvertierung statt, da das Ursprungs-Videobild im PAL-Format vorlag und nun auf das HD-Format 720p skaliert bzw. interpoliert werden muss.
Was dann letztendlich noch auf dem Bildschirm ankommt, hängt somit also von vielen Faktoren ab.
Möchte man diese Faktoren eliminieren, muss man der analogen Welt den Rücken kehren, und die digitale Verbindung HDMI verwenden. Natürlich gibt es bereits DVD-Player und auch Reciever die diesen Anschluss bieten. Übrigens, die ersten Videogeräte mit digitalem Ausgang waren mit dem DVI-Anschluss versehen, der im PC-Bereich als Standard für den digitalen Anschluss von LCD-Bildschirmen gilt.
Da der LG Fernseher aber bereits einen HDMI-Anschluss besitzt, habe ich mir einen Adapter auf DVI besorgt, um so meinen PC anzuschliessen. Diese Anschluss-Variante hat allerdings den Nachteil dass die maximale horizontale Auflösung dann auf 1280 Bildpunkte begrenzt ist. Die Bildqualität ist im Vergleich zum Anschluss über analoges VGA nur unwesentlich besser, jedoch könnte es in Zukunft einmal erforderlich werden dass man den digitalen Anschluss aufgrund von Kopierschutzmassnahmen verwenden muss.
Auf jeden Fall ist die DVD-Wiedergabe mit dem PC an diesem TV als ein absolutes Highlight zu nennen. Mit den entsprechenden Einstellungen in der DVD-Player Software kommt man in den Genuss von nahezu Bildschirm-füllendem Video im 16:9 Format, und das mit einer überzeugenden Qualität.

Den integrierten analogen TV-Empfänger habe ich nicht getestet. Ich bin aber auch der Meinung dass man sich dies nicht antuen sollte, sondern von vornherein auf eine externe Box oder den PC setzen sollte.

· Bilddarstellung

Am PC ist das Bild dieses Displays absolut fantastisch, vorrausgesetzt man verwendet die richtige Auflösung. Kristallklar, scharf und leuchtend. Die Farben lassen sich auf verschiedene Presets einstellen, oder benutzerdefiniert anpassen. Grundsätzlich neigt das Panel im PC-Betrieb aber dazu, die Farben grün und blau etwas zu leuchtend darzustellen, was den Eindruck einer gewissen ‚Farb-Unechtheit‘ erzeugt. Im Betrieb über SCART ist mir dies aber nicht aufgefallen. Es kann sein, dass über den HDMI-Anschluss die Farbwiedergabe beim PC besser ist, jedoch verwende ich diesen Anschluss aufgrund der geringeren Auflösung nicht.
Bei Anschluss eines Digital-TV Empfängers oder einer Spielkonsole über SCART-RGB erhält man das bestmögliche analoge Videosignal und kommt somit in den Genuss einer hervorragenden Bildqualität. Analoges TV oder ein über Composite-Video zugespieltes Signal würde ich bei LCD-TVs generell nicht empfehlen.

· OSD-Menü, Fernbedienung, Funktionen

Das Bildschirm-Menü ist komfortabel und einfach zu bedienen.
Die Fernbedienung ist etwas gross geraten, aber dafür auch als Universal-Fernbedienung zu verwenden, sofern die vorhanden Geräte von den programmierten Codes unterstützt werden.
Die Einstellmöglichkeiten dieses LCD-Fernsehers sind umfangreich, und übertreffen die in der Produktbeschreibung auf der Hersteller-Seite angegebenen Daten.
So unterstützt die Bildformat-Umschaltung nicht nur 16:9 und 4:3, sondern noch einige andere Modi, die eine bildschirm-füllendere Darstellung von TV-Sendungen die nicht im Breitbild-Format vorliegen, bieten.
Ausserdem sind noch diverse andere Einstellungen zur Veränderung der Bilddarstellung möglich.
Desweiteren ist zu erwähnen, dass der Fernseher auf der rechten Seite diverse Knöpfe besitzt, die auch ohne Fernbedienung die wichtigsten Funktionen bereitstellen.
Insgesamt eine überzeugende und zweckmässige Ausstattung was die Einstellmöglichkeiten angeht.

Fazit:

Dieser LCD-TV ist wesentlich mehr als nur ein Fernseher. Mit diesem Gerät ist LG eine wirklich tolle Mischung geglückt.
Aufgrund der Grösse, den Anschlüssen und den Einstellmöglichkeiten bietet sich der LG 27 LC2R geradezu als ‚Eierlegende Wollmilchsau‘ der Anzeige-Geräte für das Home-Entertainment-Center an.

Links:
 · LG Homepage
 · Preissuche

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